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Alternativen zum Streuobstbau –  Wertholz- und Biomasseproduktion

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Die Kombination von Wiesen mit weit auseinander stehenden Bäumen macht Streuobstbestände sehr strukturreich. Es gibt in diesen halboffenen Landschaften eine Moos-, Gras- und Baumschicht mit unterschiedlichem Kleinklima: von sonnig bis schattig, von feucht bis trocken, von fett bis mager. Dadurch finden hier auf relativ kleinem Raum viele Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum. 

Ein Teil der Streuobstwiesen wird sich aber in der traditionellen Form nicht weiter bewirtschaften lassen. Ein hoher Marktpreis für Streuobst und Streuobstprodukte ist flächendeckend nicht ohne Weiteres zu haben. Nicht überall führen deshalb die Landwirtinnen und Landwirte oder Stücklesbesitzer eine zeitaufwändige Mahd, eine regelmäßige fachgerechte Pflege der Bäume, eine (Hand-)Ernte und die Verwertung des Obstes fort. Wo diese Pflege fehlt, verbuschen die Flächen, sie verlieren an Struktur und sind nicht mehr so vielfältige Lebensräume. Auch das Landschaftsbild verändert sich stark. 

Innerhalb des Projekts wurde deshalb nach alternativen Nutzungsformen gesucht, die eine halboffene Landschaft erhalten, aber die nicht die Obst- sondern die Wertholz- oder Biomasseproduktion zum Ziel haben. Diese neuen Agroforstsysteme sollen einen ähnlich artenreichen Lebensraum bereitstellen und gleichzeitig wirtschaftlich tragfähiger sein. 

Am Verbundprojekt des Bundes „Agroforst – neue Optionen für eine nachhaltige Landnutzung“ beteiligten sich zwei Institute der Universität Freiburg und das Landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenberg. Dort erforscht und entwickelt man agroforstliche Nutzungssysteme, das heißt, eine Kombination von landwirtschaftlichen Kulturen mit dem Anbau verholzender Pflanzen auf einer Fläche.

Die Institute untersuchten, wie sich auf Acker und Grünland gepflanzte Bäume auf die landwirtschaftliche Produktion auswirken und welche Konsequenzen das für den Wasser-, Boden- und Naturschutz sowie für das Landschaftsbild hat. Es werden standortgeeignete Laubbäume wie Wildkirsche, Walnuss, Speierling, Elsbeere, unveredelte  Obstsämlinge oder Ahorn, Ulme und Esche gepflanzt – primär zur Produktion von Wertholz und weniger zur Nutzung von Früchten. Als Unterwuchs sind zum Beispiel Grünland, Blühmischungen oder Hecken denkbar.

Weiterführende Informationen: www.ltz-bw.de > Startseite > Service > Schriftenreihen > Informationen für die Pflanzenproduktion > Heft 01-2014 Agroforst

Durchführung: An dem Verbundprojekt des Bundes „Agroforst – neue Optionen für eine nachhaltige Landnutzung“ beteiligen sich zwei Institute der Universität Freiburg und das Landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenberg.