Alle zwei Jahre vergibt die Landesregierung unter wechselnden Mottos den Streuobstpreis Baden-Württemberg an Einzelpersonen und Gruppen von Bürgerinnen und Bürgern, Vereine, Verbände, Mostereien, Gemeinden, Unternehmen, Streuobstinitiativen sowie Schulen, Kindertagesstätten und sonstige Bildungseinrichtungen, die vorbildliche Projekte im Bereich Streuobst umsetzen. Der Preis ist insgesamt mit 4.500 Euro dotiert und wird in der Regel an drei Personen verliehen. Der nächste Streuobstpreis wird 2027 ausgeschrieben.
Am 23. Mai 2025 startete die Ausschreibung für den Streuobstpreis 2025. Gesucht wurden kreative, praktikable und zukunftsweisende
Verwertungsansätze für Streuobst. Ob traditionell oder modern, handwerklich oder digital, regional oder überregional gedacht
im Mittelpunkt steht die Wertschätzung und nachhaltige Nutzung unserer Streuobstwiesen.
Wer konnte teilnehmen?
Mitmachen konnten Einzelpersonen, Familien und Streuobstliebhaberinnen und - liebhaber, Vereine, Initiativen, Gemeinden, Schulen, Bildungseinrichtungen, Kindergärten, Unternehmen, Keltereien und landwirtschaftliche Betriebe aus Baden-Württemberg.
Was wurde gesucht?
Gesucht wurden Ideen, Projekte und Produkte, die Streuobst auf kreative Weise verwerten - zum Beispiel durch neue kulinarische Ansätze, Verarbeitungstechniken, Produktdesigns, Vermarktungsstrategien oder Bildungs- und Vermittlungsprojekte.
Preise
Die besten Projekte werden mit einem Preisgeld von 1.500 Euro ausgezeichnet.
Die Bewerbungsfrist endete am 30. September. Wir bedanken uns für die rege Teilnahme an der Ausschreibung!
Die Preisverleihung findet im Lauf des Jahres 2026 statt.
Der 5. Streuobstpreis des Landes stand unter dem Motto "Streuobstbestände im Wandel - Aufwerten. Neuanlegen und Nachpflanzen." und wurde am 25. April 2024 im Obstbaumuseum Glems durch Herrn Minister Peter Hauk MdL verliehen.
Folgende Preisträgergruppen wurden mit dem Streuobstpreis ausgezeichnet:
Oliver Schmid
Oliver Schmid hat durch seine überdurchschnittlich engagierte Einzelinitiative überzeugt. Mit
großer Leidenschaft setzt er sich für den Erhalt der Kulturlandschaft rund um Diegelsberg im Landkreis Göppingen ein. Durch
die eigenständige und sehr erfolgreiche Veredelung und Anzucht alter und regionaler Streuobstsorten setzt er wichtige Akzente für
die Erhaltung der Sortenvielfalt. Durch die Neupflanzungen schafft er neue Streuobstwiesen. Gleichzeitig erhält der geprüfte
Obstfachwart mit Hingabe alte Bestände durch fachgerechten Schnitt und Seilklettertechnik.
Arbeit in Selbsthilfe gGmbH (AiS)
Die AiS verfolgt mit ihrem Betriebskonzept einen ganzheitlichen Ansatz von der Pflege der Streuobstwiesen
bis hin zur Verwertung des Obstes. Die inklusive Grüngruppe Streuobst und Naturschutz der AiS leistet einen wesentlichen Beitrag zum
Erhalt der Streuobstwiesen in der Region. Die Arbeiten reichen vom fachgerechten Baumschnitt im Winter, der Mahd im Frühjahr inklusive
der Verwertung des Schnittguts bis hin zur Ernte und der damit verbundenen Verarbeitung des Obstertrags. Eine Besonderheit des Betriebs
sind die Verwertungsstrukturen. Für die Verwertung des Obstes betreibt die AiS Grüngruppe die Dorfmosterei in Bodelshausen. Dort
wird das Obst von und für Kunden sowie das eigene Obst zu Saft verarbeitet. Die Säfte werden direkt in den betriebseigenen
Verkaufsstellen vermarktet und im Ausschank der Cafés angeboten.
Verein zur Erhaltung bedrohter Tierarten und ihrer Lebensräume e. V.
Der Verein zum Erhalt bedrohter Tierarten und ihrer Lebensräume e.V. (VEbTiL) engagiert sich seit
über vier Jahrzehnten für die Erhaltung von Streuobstbeständen in der Region zwischen Tübingen und Herrenberg. Der
Verein agiert sehr vernetzt und arbeitet öffentlichkeitswirksam mit Behörden, Schäferinnen und Schäfern sowie
Landwirtinnen und Landwirten zusammen. Durch diese Kombination von theoretischem Wissen und praktischem Können werden die meist
vereinseigenen Wiesen optimal gepflegt.