Biodiversität

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Unsere Streuobstwiesen zeichnen sich durch eine besonders hohe Biodiversität aus. Hier kommen so viele Tier- und Pflanzenarten vor, insbesondere auch im Grünland unter den Bäumen, und hier findet man so viele genetische Ressourcen in Form der Obstsorten wie in keinem anderen Ökosystem in Deutschland.

Das Land hat deshalb den Streuobstwiesen in seiner Naturschutzstrategie einen besonderen Stellenwert eingeräumt und damit die Verantwortung, die wir in Baden-Württemberg für den Erhalt dieser Kulturlandschaft haben, verdeutlicht.

Zur Kernaufgabe der Landschaftserhaltungsverbände (LEV) gehört der Erhalt von Kulturlandschaften, die für die biologische Vielfalt, die Offenhaltung und das Landschaftsbild eine besondere Rolle spielen.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der LEV unterstützen deshalb auch bei fachlichen Fragen zum Streuobst, vermitteln Kontakte und beraten zu Fördermöglichkeiten.

Grünland

Die hohe Biodiversität unserer Streuobstbestände hängt auch mit der Vielfalt im Unterwuchs zusammen. Traditionell sind die Wiesen unter den Streuobstbäumen naturverträglich genutzt. Das heißt, sie werden je nach Standort nur zwei bis dreimal im Jahr gemäht und das Gras wird als Grünfutter oder Heu verwendet. Die Düngung erfolgt überwiegend organisch und standortangepasst. Das ist das Glück der Käfer, Ameisen, Spinnen, Wildbienen und Schmetterlinge, die hier Nahrung finden – es sind sogenannte „Salbei-Glatthaferwiesen“ entstanden, die je nach Ausprägung sogar EU-weit als Flachland-Mähwiesen geschützt sind. Dort, wo man häufig mäht oder mulcht und mehr Nährstoffe ausbringt, sind nur wenige Arten konkurrenzfähig. Einige Gräser verdrängen dann die lichtbedürftigen Kräuter und die Wiese wird artenärmer.

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Sorten

Die Sortenvielfalt in unseren Streuobstwiesen ist beachtlich. Hier finden wir heute noch, was unsere Vorfahren über viele Jahrhunderte hinweg selektiert und vermehrt haben. Schließlich bildete das Obst eine wesentliche Nahrungsgrundlage für die Bevölkerung, und man bemühte sich um Sorten, die für verschiedenste Verwendungszwecke und Standorte geeignet sind. Heute gibt es deshalb noch immer viele Lokalsorten, die man nur in einem Landstrich findet. Diesen Schatz an unterschiedlichen Erbanlagen gilt es zu erhalten.
Im Intensivobstbau ist diese Vielfalt nicht mehr zu finden – hier gibt es nur wenige marktgängige Sorten.